Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist neben der westlichen Schulmedizin, der Homöopathie und der ayurvedischen Medizin Indiens eines der großen Medizinsysteme, welche die Menschheit hervorgebracht hat.


Ihre wichtigste Leistung besteht darin, die zahllosen voneinander abhängigen körperlichen und seelischen Funktionen in einem System von Energien mit klar definierten Beziehungen beschrieben zu haben, sowie die Entdeckung der Leitbahnen (Meridiane), in denen diese Energien fließen und von wo aus sie über Punkte auf diesen Bahnen reguliert werden können.


Die chinesische Medizin kann daher oftmals Krankheiten verstehen und behandeln, deren genauer Mechanismus von der naturwissenschaftlich orientierten Medizin nicht erfolgreich behandelt werden konnte. Da sie grundsätzlich nur das gestörte Gleichgewicht im Körper wiederherstellt, sind ihre Nebenwirkungen vergleichsweise gering.


Wirkweise
Nach diesem mehr als 2000 Jahre alten System gibt eine Lebensenergie Qi, die in energetischen Leitbahnen, den Meridianen, fließt. Krankheiten gehen meist mit einem Mangel/ Stagnation oder einem Überfluß/ Fülle dieser
Energie einher. Stimulationstechniken wie die mittlerweile weltweit anerkannte und eingesetztte Akupunktur, das Moxen oder auch das Qigong können einen harmonischen Ausgleich/ Umstimmung herbeiführen.


Diagnose
Im Zentrum der Diagnostik steht die traditionelle Puls- und Zungendiagnostik. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Muster energetischer Ungleichgewichte zu erkennen, die das Wesen der TCM ausmachen, und ohne deren genaue Identifizierung eine sinnvolle Behandlung mit chinesischer Medizin schwer möglich ist.

Spätsommer - Die Reife

Wandlungsphase Erde

Magen- und Milzmeridian

 

Mit dem Einziehen des Spätsommers verzeichnen wir viele Patienten mit Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsschwächen und Schlafstörungen.

Aber auch Blasenentzündungen und Tinnitus sind typisch für diese Zeit!

 

Das herrschende System Milz/Magen wird - oft durch unpassende Ernährung* aus der Balance gebracht. In der Sprache der TCM bildet sich "Feuchtigkeit" und "Schleim". Diese vernebeln den Geist. Nächtliches Grübeln und Vergesslichkeit sind charakteristische Anzeichen für eine Milzschwäche.

 

* ungünstig für das System sind zum Beispiel Spinat, Quark und Kartoffeln. Besser wäre etwa warmer Hirse- oder Haferbrei mit Pfirsichen und Äpfeln!

 

Wieder möchten wir Ihnen einen dazu passenden Akupressurpunkt zur Selbstbehandlung vorstellen:

 

Milz 6 – San Yin Yao – „Treffpunkt der drei Yin“ (Leber, Niere, Milz)

Bitte legen Sie einen Finger auf den dargestellten  Punkt und massieren ihn tonisierend, d.h. kräftig in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.

 

Achtung! Bei bestehender Schwangerschaft den Punkt bitte nur nach Rücksprache mit dem Behandler Ihres Vertrauens anwenden!

Das Herz - Wandlungsphase Feuer

 

Wahrscheinlich kennen Sie jemanden, der nach Außen aufgeräumt wirkt und soweit „funktioniert“ - im Inneren jedoch stimmt etwas nicht: es scheint in ihm zu brodeln. Angst und Beklemmungen - oft in der Herzgegend  - werden auf Nachfrage zugegeben.

 

Kurz: es gibt eine Störung in der Kommmunikation zwischen Innen und Außen.

 

In der TCM hat der Pericard in die Rolle des Herzbeschützers zu. In diesem Zusammenhang wird auch eine weitere Bezeichnung „Tor des gebrochenen Herzens“ klarer.

 

Eine sanfte Stimulation von Pericard 6 kann den Konflikt zwischen Außendarstellung und innerem Zustand bewusst machen und einen Zugang zu den nicht eingestandenen Gefühlen zu erschließen.

 

Zurück zum Ausgangspunkt dieses Artikels. Der Punkt wird auch bei Übelkeit erfolgreich angewendet: bei Schwangerschaft , auf dem schaukelnden Urlaubsschiff oder nach der Bratwurst ...

 

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen Frühsommer!

Der Frühling bringt den Wind ...

 

... und der Wind bringt die Zerstreuung. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist er einer der krankmachenden Faktoren und ist symbolisch zu verstehen. Der Wind greift besonders das Frühlings-Element "Holz" an.

 

Hier einige typische Zeichen eines "Wind"-Angriffes:

 

- plötzliches Schwindelgefühl oder Ohrgeräusche

- trockene Augen, Bindehautentzündung und Trigeminusneuralgien

- schmerzhafte Verspannungen des Muskel- und Sehnenapparates.

 

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen ein Werkzeug an die Hand geben mit dem sie sich selbst behandeln können:
Die Akupressur ist ein probates Mittel um zum Beispiel Muskelverspannungen günstig zu beeinflussen. Der akute Hexenschuss (Wind - Zugluft am Rücken) wäre zum Beispiel so ein Fall.

 

Wir wählen dazu den Punkt Gallenblase 34, den Meisterpunkt der Sehnen und Bänder. Bitte legen Sie einen Finger auf den bezeichneten Punkt vor dem Wadenbeinköpfchen und massieren ihn sedierend, d.h. sanft in langsam kreisenden Bewegungen gegen den Uhrzeigersinn.

 

Der Weisheit letzter Schluss:

 

mit einem Augenzwinkern schreiben wir diesen letzten saisonalen TCM-Newsletter für 2016:

 

Diese Folge hat den Winter zum Thema, die Zeit der Ruhe und des Rückzuges. In der TCM wird dieser Jahreszeit die Wandlungsphase „Wasser“ und das Meridianpaar Niere und Blase zugeordnet.

Die beiden Zentralthemen dieser Zeit sind „Weisheit“ - den richtigen Weg zu finden - und „Mut“ - um diesen dann auch zu gehen. Dazu braucht es die innere Einkehr und die Stille, die gerade in dieser Jahreszeit so gut möglich ist.

Ganz nach dem Motto: „Das Ziel ist im Weg“ wünschen wir Ihnen eine besinnliche und ruhige Winterzeit!

Wir ziehen uns jetzt auch zurück und arbeiten an den nächsten Themen für 2017: Akupressurpunkte zur Eigenbehandlung!

Fragen Sie den Heilpraktiker Ihres Vertrauens gerne nach den Eis und Stagnation auflösenden Akupunkturpunkten!

 

Was uns der Herbst bringt:

Der Herbst ist die Zeit der fallenden Blätter, des Überganges zwischen Hell und Dunkel.

 

In der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden diesem Abschnitt des Jahreszyklus die Wandlungsphase "Metall" und damit die Meridiane "Lunge" und "Dickdarm" zugeordnet. Ausgewogenheit in diesem Bereich zeigt sich in einem klaren Umgang mit den großen Lebensthemen "Abschied" und "Neubeginn".

 

Eine aus aus der Balance geratene Metall-Energie dagegen zeigt sich in einem Klammern an Besitz und Werten oder einem nostalgischen Festhalten an Haltungen und Glaubenssätzen. Das Selbtwertgefühl ist in diesem Fall ebenfalls gestört. Auf der körperlichen Ebene kann sich eine Stagnation in Hautunreinheiten oder Flüssigkeitsansammlungen zeigen.

 

 

Eine Möglichkeit diesen negativen Zustand günstig zu beeinflussen, ist die Stimulation des Akupunkturpunktes "Jingqu" - Lunge 8 - "Abflussgraben". Er ist der Ben- oder Maximalpunkt des Lungenmeridians. Auf der körperlichen wie auf der psychischen Ebene wirkt er wie ein Abfluß und hilft uns bei der Reinigung und Ausleitung von Allem, was für uns Ballast geworden ist.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen beherzten Übergang in die kommende dunkle Jahreszeit !

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© Christian Janshen